Das Baby braucht einen Namen

Featured Foto: Tony Gigov

Mittlerweile bin ich beinahe am Ende meiner Schwangerschaft angekommen. Eigentlich habe ich kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest damit begonnen einen Namen zu suchen. Für ein Mädchen, ganz meiner Intuition folgend. Ich war mir so sicher, dass es ein Mädchen wird, dass ich jede Wette eingegangen wäre.

Vor bald einem halben Jahr haben wir dann dann erfahren, es wird ein Babyboy. Touché. Alles verwerfen und von vorne anfangen also. Und dabei ist es dann eigentlich auch geblieben. Bei dieser Überlegung. Eine Babynamen-App hat mir dann exotische Vorschläge wie "Pushpinder", "Candelario" oder "Rembrandt" gemacht. Letzteres hat sich ganz gut als Arbeitstitel für den Kleinen geeignet, um ihn nicht dauernd "das Baby" zu nennen. Vor lauter Angst, dass wir uns daran gewöhnen, haben wir es aber wieder bleiben lassen. Dann hat er, eigentlich schon vor Monaten, einen Namen bekommen. Endlich. Bis der Papa mal nebenbei fallen ließ, dass er davon vielleicht doch noch nicht ganz überzeugt ist. Für eine Schwangere ein Supergau. Ungewissheit, neue Entscheidungen, zusätzliche Fragen. Das alles ist nichts was die emotionale Welt Ende des 9. Monats stabilisiert.

Entscheidungen sind generell so ein Thema in der Schwangerschaft. Es wird schwer sich auf etwas festzulegen. Ich habe keine Ahnung warum das so ist, aber oftmals vergehen Minuten / Stunden / Tage (je nach Projekt) bis ich mich für die kleinsten Details entscheiden kann. Man kann also erahnen, wie das dann mit etwas so langfristigem wie dem Namen läuft.

Es ist ja auch wirklich nicht einfach und folgende Punkte gilt es zu bedenken:

  • Der Vorname sollte in etwa zum Nachnamen passen
  • Keine Namen, die irgendwie vorbelastet sind und mit einer bestimmten Person assoziiert werden.
  • Wir möchten keine allzu populären Namen und nichts was sich irgendwo auf einer Top 10-Liste wiederfindet.
  • Nichts aus dem Kevinismus-Eck, auch keine zu exotischen Namen wie Duncan-Lennox, Dustin-Darius oder Dwight-Maddox.
  • Der zukünftige Papa findet klassisch-traditionelle Namen schön, die Mama eben diese langweilig.
  • Abkürzungen sollten nicht vorher schon feststehen. Wir wissen, dass sie ganz von alleine entstehen und man kann jedem noch so kurzen Namen noch mal einen Spitznamen verpassen, aber wir möchten es nicht zu einfach machen.

Neben all den anderen Sachen, die in den nächsten Tagen (vor allem emotional) noch erledigt werden müssen hat der Name aber schon irgendwie Priorität.

Viele vertrösten mich auf die Sache mit der Eingebung. Wenn das Baby erstmal da ist und man es ansieht reicht ja angeblich ein Blick und man weiß sofort, welcher Name perfekt passt. Ich glaube nicht an Eingebungen, schon gar nicht unter Druck zu einem Ergebnis kommen zu müssen.

So etwas passiert doch nur, wenn man vorher insgeheim schon eine enge Auswahl hat. Und dass ich dann durch Google stöbere und zusehe wie im Krankenhaus die Tage vergeben und unser kleines Baby ohne Namen darauf wartet, dass die Eltern endlich eine Entscheidung treffen, keine entspannte Vorstellung. Vermutlich wird alles ohnehin ungewohnt und neu. Ein bisschen Beständigkeit hilft dann doch sicher, oder? Oder?

Um es nicht weiter spannend zu machen, in unserer engeren Auswahl stehen jetzt also Lou (wieder, seit Woche 39) oder Milo. Lou war eigentlich immer mein Mädchenname-Favorit, aber hey, Lou Reed. Geht also auch für Jungs.

Das macht es jetzt nicht unbedingt leichter. Aber ein paar Tage haben wir ja noch. Und wer weiß, eventuell folgt doch noch die langersehnte Eingebung? Vorschläge werden vielleicht nicht angenommen, aber offen für eure Ideen sind wir natürlich. Hinterlasst mir doch gerne einen Kommentar.

Sabrina Hanneman

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