Das unsichtbare Selbstportrait

Wie heißt es so schön? Künstler werden oftmals eins mit ihren Werken. Das hat Liu Bolin wohl wörtlich genommen und in Perfektion umgesetzt. In seiner Serie „Hiding in the City“ verschmilzt der 37-jährige Chinese mittels Bodypainting förmlich mit seinen Fotomotiven. Die Idee ist nicht neu, erreichte aber durch ihn ein neues Level. Doch es ist eine Menge Geduld gefragt. Das Bemalen seines Körpers kann zwischen acht und zwölf Stunden dauern. Aufwendig? Mit Sicherheit. Aber auf jeden Fall auch großartig.

Über 100 Mal hat er das langwierige Prozedere bereits auf sich genommen. Auf manchen Aufnahmen fällt es tatsächlich schwer, eine menschliche Figur zu erkennen.

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Warum tut sich das jemand an? Noch dazu in Zeiten von Photoshop? Seine Fotografien sind ein Statement. In einer Gesellschaft, in der das Kollektiv vorherrscht und Anpassung eingefordert wird, verschwindet auch der Einzelne oftmals darin. Bolins Selbstporträts spiegeln Ängste wieder, sich in der Anonymität (der Großstadt) zu verlieren. Der Fotokünstler, auch bekannt als der „Invisible man“ steht gesellschaftlichen Konventionen kritisch gegenüber und bezeichnet sich selbst als Außenseiter. Vor allem in seinem Heimatland. Seine Fotografien gehen allerdings darüber hinaus und reichen von Madrid über Peking bis nach Venedig.

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Sabrina Hanneman

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