Not forever 21

Forever 21 ist eine US-amerikanische Modekette, die man hierzulande mit H&M und Co. vergleichen kann. Ab Mai werden auch in Wien zwei neue Stores eröffnet und die Donaumetropole ist um zwei Shopping-Locations reicher. Im Vorfeld wurde die Werbetrommel eifrigst gerührt und exklusiv über Facebook konnte man sich für das große Opening Spektakel gestern Abend anmelden. Wer derart viel Wind macht, produziert natürlich auch hohe Erwartungen. Drei Mails kamen im Vorfeld, die signalisieren sollten: Leute, es wird exklusiv. Gelockt wurde mit einer Reihe von Specials. Also schmiss ich mich in mein stylishstes Outfit. Frisch aufpoliert, um mich in der Menge nicht verstecken zu müssen.

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Kurz vor halb neun befand sich schon eine relativ lange Schlange vor dem Fashion-Show Zelt. Nur 20 min. später waren wir auch schon drinnen. Ausgestattet mit einem 10% Rabattgutschein, der allerdings nur zwei Tage lang gültig ist und neuem Modeschmuck in Form von Ohrringen für die Ladies. Für Männer gabs ein Kartenetui.

Leider verlor sich der exklusive Charakter mit dem Eintritt ins Zelt. Ein paar Stehtische, eine Bühne mit Leinwand, das wars. Es hatte mehr den Charme eines Zeltes beim dörflichen Feuerwehrfest, als den einer Fashion-Show. Die Welcome Drinks in Form von Weißen Spritzern trugen das Übrige dazu bei. Ein bisschen mehr Kreativität hätte ich mir angesichts des großen Getönes schon erwartet. Ein eigens kreierter Cocktail zum Beispiel wäre nett gewesen. Ein Blick ins Publikum verriet: Es ist mir gelungen, den Altersdurchschnitt mit meiner Anwesenheit gleich mal um gute zehn Jahre in die Höhe zu treiben. Zielgruppengerecht war wohl kaum jemand wirklich bereits über 21.

Die Hologram-Show war mir neu und zumindest rein technisch gesehen echt interessant. Leider macht es halt auch einen Unterschied, ob man echte Models auf der Bühne sieht, oder nur Projektionen. Ob sich wirklich jemand die Outfits angesehen hat, wer weiß. Viel interessanter als die kurze Show war das Styling der Gäste. Manche haben sich wirklich ins Zeug gelegt und es waren einige Outfits darunter, bei denen ich mir Inspiration für den nächsten Shopping-Trip geholt habe. Hat sich der Abend also schon gelohnt. Nachdem die erste Tranche mit Weißwein und einer 10-minütigen Show bedient wurde, hieß es: Zelt leeren, für die nächsten 300. Hör ich richtig? Es ist so exklusiv, dass im 10-Minuten-Takt immer wieder Leute durchgeschleust werden. Na geh!

Die Party ging im Anschluss im Volkstheater weiter. Die Schlange vor den Gratisdrinks war gewohnt endlos. Weg drum rum, Zwischenstop an der Bar und ab auf die Tanzfläche. Eine gute Stunde später bin ich gegangen. War halt doch nichts für jedermann, obwohl Stimmung und Musik zu diesem Zeitpunkt ganz gut waren.

Mein persönliches Fazit: Insgesamt wurde das Thema Fashion von den Organisatoren nur am Rande aufgegriffen. Im Gegensatz zu den Gästen. Mit den Jahren wachsen halt auch die Ansprüche. Je mehr man sieht, umso mehr Vergleichsmöglichkeiten. Und wer sich im Vorfeld hyped, muss wirklich etwas bieten. Das wird wohl nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass ich - ganz gleich aus welchem Blickpunkt betrachtet - einfach nicht mehr forever 21 bin und sein möchte.

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Sabrina Hanneman

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